Optik, Gesundheitspolitik und mehr

Die September-Ausgabe der DOZ (Deutsche Optiker Zeitung) zeigt mal wieder deutlich, dass wir auf ophthalmologischer Seite uns Mühe geben müssen, das Versorgungsniveau der Bevölkerung zu halten. Die Optometrie entwickelt sich in alle Richtungen, und zwar im Sinn der Qualität und Wissenschaftlichkeit positiv und präsentieren z.B. einen Artikel über Asymmetrische Tonische Nackenreflexe, Lern-, Verhaltens- und Sehprobleme und Training bei motorischer Unreife. Ein Thema, bei dem so mancher Ophthalmologe schon beim Lesen aufgibt.
So lesen wir z.B. über:

  • Karrasch & Nolte und Beste Aussichten werden Teil der The Platform Group
  • ZVA-Innovationskreis stellt manch etablierte Spielregel in Frage
  • Pharmatrends: Augentropfen in der Presbyopie-Behandlung
  • Jenvis Research feiert 20-jähriges Jubiläum mit Fachtagung
  • Hautnah dabei beim ersten Get-together von Eschenbach Optik und Tom Tailor
  • Asymmetrisch Tonischer Nackenreflex – Training bei neuromotorischer Unreife
  • Presbyopie-Versorgungen sind oft mehr als 08/15
  • Der hörakustische Praxisfall: Einseitige Taubheit

Wenn wir da schon dabei sind, zwei Links:
Pharmatrends: Augentropfen in der Presbyopiebehandlung
und
Demodex-Blepharitis und Kontaktlinsen: Eine unterschätzte Ursache für Unverträglichkeit?

Augen-Screening:
Wie wir wissen, beschäftigt sich die SOG in regelmässigen Abständen mit Fragen im Zusammenhang mit fachübergreifender Tätigkeit von Optikern
und paramedizinischen Gesundheitsanbietern. Aktuell Thema ist z.B. die Zusammenarbeit von Fielmann mit Ocumeda, das ist aber nicht das einzige
«Sorgenkind».

In Deutschland gehen die Wellen noch einiges höher. Die Drogerie-Kette dm bietet dort in «ausgewählten Märkten» ein Augenscreening an, und das zu einem sagenhaften Preis von 14.95 €. Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) kritisiert nun offiziell dieses Angebot. Der BVA befürchtet das Entstehen einer teuren Doppelstruktur, die den Betroffenen sogar schaden könnte. Den Anbietern muss man zugutehalten, dass sie die Möglichkeiten der aktuellen KI-Entwicklungen zum Vorteil einer guten Vorsorge ausnutzen wollen. Dass hier unterschiedliche Meinungen und auch finanzielle Interessen aufeinanderprallen, lässt sich wohl nicht vermeiden.
Entscheidend wird sein, dass bei Screening-Angeboten, wie immer sie gestaltet sein mögen, irgendwo eine ärztlich geleitete Qualitätskontrolle eingebaut sein muss. Wie man so etwas aufgleisen könnte, war seinerzeit Thema bei der Eyepoint AG. Diese Firma feierte ihr 10-Jähriges, kämpft aktuell aber auch mit dem generellen Umsatz- Rückgang im Optikgeschäft.
Weltweit ist allerdings der Screening-Gedanke im Vormarsch. Im Zusammenhang mit mehr KI und besseren Bildgebungsmedien eine logische Folge. Eine der Überlegungen von Gesundheitspolitikern, Versicherungsmanagern, selbsternannten Gesundheits-Ökonomen, Mitmischlern und Gewinn-Optimierern: Besseres Screening und mehr Früherkennung von Krankheiten verhindern teure Behandlungen und Spätkosten, machen also alles billiger. Dass die grossen Datensammler wie Meta, Google und Konsorten möglichst viel von diesem Kuchen haben wollen, ist ein offenes Geheimnis.

Das Blickfeld (Blindenfürsorge-Verein Innerschweiz) hat seinen Neubau in Horw eröffnet.
Sehr schöne und informative Beiträge findet man auf LinkedIn (@Matthias Metzler).