Kausaler Zusammenhang zwischen Aspirineinnahme und altersbedingter Makuladegeneration
Diese Mendelsche-Randomisierungsstudie untersuchte, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen der Einnahme von Aspirin und der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) besteht und ob diese Beziehung durch Veränderungen des Blutlipidprofils vermittelt wird. Mithilfe umfangreicher genetischer Daten führten die Autoren bidirektionale, Zwei-Stichproben- und multivariable Mendelsche-Randomisierungsanalysen durch, um die Zusammenhänge zwischen Aspirineinnahme, AMD und möglichen lipidbezogenen Vermittlungsfaktoren zu untersuchen.
Diese Studie liefert robuste genetische Beweise dafür, dass die Einnahme von Aspirin mit einem erhöhten Risiko für frühe und trockene AMD verbunden ist. Die Mediationsanalyse ergab, dass Aspirin mit niedrigeren Serumspiegeln von Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin (LDL-C) sowie höheren Konzentrationen von Apolipoprotein A1 (APOA1) verbunden war. Sowohl diese Lipidveränderungen als auch die Aspirineinnahme waren mit einem erhöhten AMD-Risiko assoziiert. Nach Berücksichtigung dieser Lipidparameter war der direkte Zusammenhang zwischen Aspirin und AMD jedoch nicht mehr statistisch signifikant.
Zusammenfassend deuten die Ergebnisse darauf hin, dass eine Aspirineinnahme möglicherweise das Risiko für frühe und trockene AMD über Veränderungen des Lipidstoffwechsels beeinflusst und nicht durch einen direkten kausalen Mechanismus.
Quellen:
Zhu J, Zeng C, Tang R, Lu W, Wang S, Huang L, Xiong Z, Deng A, Zhen Z, Chen R, Li X. Causal relationship between aspirin use and age-related macular degeneration. Eye (Lond). 2026 May 29. doi: 10.1038/s41433-026-04574-2. Epub ahead of print. PMID: 42215633.