Das Wort hat der Präsident
10 Jahre SAoO: Ein Rückblick und ein Ausblick
Liebe Kolleginnen und Kollegen
Liebe Mitglieder
Wir blicken tatsächlich schon zurück auf 10 Jahre Schweizer Akademie der Augenheilkunde.
Die Existenz der Swiss Academy of Ophthalmology ruht auf mehreren Säulen. Den Gründern war es im Jahre 2016 ein sehr grosses Bedürfnis, den Überhang an Fortbildungsveranstaltungen zu kanalisieren und mit der Gründung einer gemeinsamen Plattform die Basis zu bilden für eine Benchmark und Fortbildungs-Plattform, an der sich alle orientieren können. Auch war es ein grosses Anliegen, all das anbieten zu können, für das die SOG keine Zeit, keine Ressourcen oder keine Möglichkeit hat. Das Vorhaben habe ich seinerzeit an der GV der VOFIS, die damals unter dem Präsidium von Patrick Wirth stand, besprochen und von der Industrie gutheissen lassen.
Kaum hatten wir, also Daniel Mojon und ich, mit der Idee begonnen und ein bisschen herumtelefoniert, kamen tausend Gedanken und Ideen auf uns zu. Nicht nur galt es, das Swiss Refractive bzw. das Lucerne Eye Meeting und das ophtag zusammenzuführen, auch Ulrich Lachmund fand es eine sehr gute Idee, seine Tränenwegsfortbildung und die zugehörige Gesellschaft zu integrieren, Christian Prünte fand, das Projekt eigne sich, um endlich den Schweizer Ophthalmologischen Forschungsassistenten zu schaffen, und vor allem Albert Franceschetti selig war begeistert, dass man nun endlich die Akademie gründen könne, von der er doch schon immer überzeugt war, dass es sie geben müsse. Theo Signer von Vista konnten wir auch als Stiftungsrat gewinnen.
Also gingen wir mit all diesen Ideen und den dazugehörigen Protagonisten ans Werk und gründeten nach längeren Abklärungen, welches die beste Betriebsform sein könnte, die Stiftung SAoO. Wir wollten es eigentlich simpel SAO nennen, aber der Name und das Logo waren schon weg: Neuerdings ist es ein Computerspiel (Sword of Arts), was 2016 noch nicht der Fall war, aber SAO ist auch eine 2016 gegründete NGO für Frauen auf der Flucht. Eine seit 1983 bestehende schweizerische Detektiv-Schule heisst auch so (Schweizerische Agenten Organisation) und last but not least heisst die Südasiatische Ophthalmologische Akademie so. Da wollten wir keine Konflikte provozieren.
Nicht alle Ziele haben wir erreicht. Insbesondere unsere ursprüngliche Motivation, dass es nämlich viel zu viele Fortbildungen in der Schweiz gibt, und man da endlich etwas Ordnung in den Dschungel bringen sollte, wurde massiv enttäuscht. Wir brachten es intern schon nicht fertig, die Plattform wirklich für alle offen und attraktiv zu gestalten, aber auch immer noch sponsert die Industrie diverseste Marketing-Veranstaltungen aller möglichen kleineren und grösseren Betriebe oder Möchtegerne. Solange die Industrie aber behauptet, da könnten sie nicht anders, schliesslich seien das gute Kunden, können wir leider auch nicht dagegen an, und wenn das gute Kunden sind, dann sollte sich die Industrie auch nicht beklagen, dass das Sponsern der Fortbildungen so furchtbar teuer sei.
Ich möchte Sie nicht mit langen geschichtlichen Exkursen langweilen, aber dass wir damals Maria Oehler als Sekretärin eingestellt hatten, nachdem sie der SOG den Rücken zugekehrt hatte, wurde vom Vorstand der SOG als Diebstahl und Provokation empfunden, um schlimmere Ausdrücke von damals nicht auszusprechen. Natürlich hatte uns ihr Knowhow und ihr Drive am Anfang sehr geholfen. Das Wachstum der Akademie hat dann aber zu Missverständnissen und Überlastungen geführt, und es entstanden Fehler, auf allen Seiten. Eine Umstrukturierung des Sekretariates und eine Neuorganisation der Stiftungsstruktur waren unumgänglich. Das passierte inzwischen schon mehr als einmal, wie manche sicherlich mitbekommen haben, und meistens nicht ohne Nebengeräusche.
Das könnte im einen oder anderen Fall auch zum Verdacht führen, dass der Thumm einfach ein Machtmensch sei und alles nach seinen Vorstellungen laufen müsse. Dem kann ich nicht zustimmen: Ich bin nur Präsident der Akademie, weil sich kein anderer findet, der diesen überhaupt nicht Easy-Job machen will.
Spass beiseite: Der harte Kern des Stiftungsrates ist überzeugt, dass es eine Akademie braucht, welche vor allem die Bedürfnisse der Kolleginnen und Kollegen draussen in der Praxis wesentlich unterstützt und die SOG ergänzt, und nicht nur unser Fachgebiet weiterbringt, sondern ganz generell zur Horizont-Erweiterung beiträgt.
Wir hatten die Idee einer schweizerischen AAD. Noch sind wir nicht auf diesem Niveau, aber wir geben uns alle Mühe und geben vor allem nicht auf.
Nur eines von vielen Beispielen: Wir hatten immer betont, dass es gut wäre, die Schweiz hätte auch einen Refraktionskurs. Das Beharren auf dieser Idee führte schliesslich dazu, dass die SOG das selber an die Hand genommen hat, worüber wir nur dankbar sein können.
Um Sie nicht weiter mit der Historie zu langweilen, werfen wir einen Blick in die Zukunft, und der stimmt mich froh und zuversichtlich: Die Zusammenarbeit von SAoO und SOG hat mit dem Berufsbild und Ausbildungs-Kurs für die Ophthalmologische Medizinische Praxisassistentin (OMPA) begonnen und wird sich ziemlich sicher weiterentwickeln, die Vorstände haben gemeinsame Sitzungen beschlossen.
Trotzdem oder gerade deshalb werden wir auch den Mitglieder-Service kontinuierlich ausbauen, sodass es sich in mehrfacher Hinsicht lohnen wird, nicht nur den Kongress zu besuchen, sondern die Stiftung als Mitglied des Vereins zu unterstützen. Dieses Jahr erleben Sie live Beispiele dieses erweiterten Service für unsere Mitglieder.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit
Dietmar Thumm
Präsident Swiss Academy of Ophthalmology